Sonntag, 12. Dezember 2010

Zwanzig

romantik

gelacht haben wir

über die
einheit des wesens
erfüllung im diesseits
ewige sehnsucht

mein schatz

ha! ha!

Freitag, 3. Dezember 2010

Neunzehn

warten im hass

zum glück warten wir noch auf anschlussreisende
und spielende kinder auf den gleisen
die wie kühe grasend die spur blockieren

denn selbst wenn nicht verspätung aus vorheriger zugfahrt
und kupplungsprobleme am triebfahrzeug
einem umgestürzten baume gleichsam

und letztlich auch das problem am stellwerk
dank mehrfach gezogener notbremse
umfangreiche gleisbauarbeiten zur folge hätten

dann würden wir wegen überraschend hoher streckenauslastung
und überholender schnellzüge, vorausfahrender s-bahnen
und kurzsichtiger polizeieinsätze am bahnsteig

und widrigen witterungsbedingungen bei hitze und schnee
und gestörten weichenanlagen zum trotze
auf ein im bahnhof belegtes gleis treffen

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Achtzehn

fragmente

blau wurd schwarz
aus tag wurd nacht

und die wurd
auch noch spät

also wacht ich wieder
in finstrer nacht

ich schlaft und bangt
ich grübelt und grollt

und vergesst schließlich
alles ein wenig

am ende sogar
die konjugation

Montag, 29. November 2010

Siebzehn

frühlingsgedichte IV

seit wochen schon regnet es
in meinen kopf

spann doch den schirm auf
hör ich mich fern rufen

ha!

wie gerne würde ich
mir ins trocken folgen

wäre der schirm nicht schon
im letzten sturm zerbrochen

Mittwoch, 17. November 2010

Sechzehn

abschied von münchen I

münchen drehte sich im kreise
fand den weg nicht zweifelt leise

münchen nahm so viel in kauf
ab nach ab gings ab nie auf

münchen floh sich selbst entzwei
fand in augsburg allerlei

glück und ruh und lieb und leben
konnt es etwas schönres geben

münchen denkt auf einmal schlicht
sieht es denn den schnellzug nicht

der nach münchen fährt all stund
ach wie schwer schließt sich die wund

die verheilt durch eines nur
tausend dichter auf der spur

schrieben auf empfindungs diebe
liebe löscht allein - die liebe

Mittwoch, 15. September 2010

Fünfzehn

frühlingsgedichte III

es wird schlimmer mit den versen

verwelkt schon verrücken
gedanken die nacht

pflanzt ein das verzücken
entzweit sich, erwacht

gedankenlos im schranke
ein fliehender gedanke:

ge inte upp!