Dienstag, 15. November 2011

Achtundzwanzig

scheitern in der lyrik/4
"arima"

nach wochenlangem mühen
gehts nimmer mehr zur rück

arima ist fort ich habe sie
in allianz mit gegenbauer
getötet.

Montag, 7. November 2011

Siebenundzwanzig

scheitern in der lyrik/3
"odeonsplatz en gång till"

das tagebuch liest sich
gedächtnislos wie eine
exponentialverteilung

und schon weht sich mit
brennender sorge der wind
ins abseits - oh arima!

doch schlummert noch immer
in der gleichortigkeit
der klang vergangener träume

es ist ja nur der wind der
ins land zieht und mit ihm
der winter an den bahnsteigen

Dienstag, 26. Juli 2011

Sechsundzwanzig

scheitern in der lyrik/2

der neid frisst tief
der blick wird kalt

die stund wird lang
schon merkst du bald:

so schön er ist
so leer die zeit

und alt du bist
schreit himmelweit

wart nur noch ab
lacht sich die zeit -

rasend vorbei und
in die falle

hastet sich am ende
die maus ins

aus

Donnerstag, 30. Juni 2011

Fünfundzwanzig

scheitern in der lyrik/1
"was wissen schafft"

einst klettert ihr strebsam
die berge hinauf

und nehmt euch im selbst nichts
und alles in kauf -

einst werdet ihr merken
die mühsal bricht hohn

denn nichts ist von dauer
dem streben fehlt lohn -

einst blicket ihr tapfer
so fern wird der blick

doch schaut ihr auch abwärts
in den nebel zurück -

der grausam euch treibet
die berge hinauf

ist nichts als die aussicht
auf aussicht darauf

was vergesslich entsetzen
so klarklar erzwingt:

kein wissen schafft tiefe
kein sinn sich verdingt

Freitag, 20. Mai 2011

Vierundzwanzig

erinnerung

die zeit vergeht sich
an dem roten griff

den ich heute schon
an einer neuen roten

notfallsäule

seh mich um verblasst das
blau und mit ihm die erinnerung

entstand mir nur selbst
im gedanken war es doch nichts

als die notbremse
an der ubahn

Dienstag, 5. April 2011

Dreiundzwanzig

im wundersamen mai

manchmal da klopft es in finstrer nacht
wenn hoffnung schläft und dunkelheit wacht

schreck ich dann auf und kummer tanzt hohl
merk ich ich kenn dich, vertraut bist du wohl

du altes biest!

manchmal da flieh ich der hellsten stund
wenn nichts mehr mich hält pocht wütend die wund

da seh ich dich wieder, der grund blickt verzückt
auf mich und er spiegelt die leere zurück

du altes biest!

manchmal da schlag ich dich bitterlich nieder
schon hälst du die hand fest und packest mich wieder

an der schulter zurück in die kälte mich ziehst
wo grübelns verderben kein lichtlein mehr sieht

du altes biest!

manchmal da fällst du zu boden, wirkst fern
nichts bleibt dann wie grundlos so hoffte ich gern

doch wo kein gott auch kein fallen mehr drin
stehst lachend du auf - ja wo keimt dann beginn?

du altes biest!

manchmal da bleibt nichts als nichts in der leere
und weltens verdruss wiegt wie selten und schwere

doch merk dir du biest du!

wenn hoffnung auch nichts sieht als liebende hände
welch chance hat das biest dann - es droht ihm das ende.

Dienstag, 11. Januar 2011

Zweiundzwanzig

frag nicht der grund ist fern
du bleibst in der seele der wichtigste stern

der mich aus tiefster nacht erweckt
und bittre tränen rasch verdeckt

ein stern der liebe mit sich bringt
und alle traurigkeit bezwingt

ein licht das hoffnung in sich trägt
sich freudig himmelwärts bewegt

Sonntag, 9. Januar 2011

Einundzwanzig

odeonsplatz

eins im leben einmal nur
zeichnet einer tiefe spur -

hörst dich zögernd selbst verdichten
kreist erstarrt nur um geschichten

die nie warn und niemals sind
tief vergraben bleibst du kind

dreh dich um! denkt hohler wahn
an der notbrems drängt die bahn

fährt sie weg einsam der blick
es pocht ein brennend herz zurück

bald vergehts! du narr! du narr!
vergiss was einst und niemals war

bleibt zurück ein leerer platz
gott verrückt niemals den schatz

weilst noch länger in dem schacht
verlierst du alles letztlich acht

und hab und gut und herz und seele
siehst du nicht wie es dich quäle

schon vergings! du narr! du narr!
vergaßt was einst und niemals war

zeit eilt fort und auch das ende
irgendwie fand sich die wende:

seh mich selbst noch täglich stehn
doch die welt ward seltsam schön

denn wie fern wirkt winters zeit
frühling griff sich selten weit

stadt verwechselt hell das licht
augsburg lächelt münchen nicht

geh nun wieder zur u3
wirkt auf einmal alles frei

da herz so froh und fromm und schön
(soll ihn halt nie wieder sehn)